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Gesundheit

Gesundheit in Tschechien – gute Versorgung über die öffentliche Krankenversicherung

Tschechien hat eine gute, bezahlbare Gesundheitsversorgung über die verpflichtende öffentliche Krankenversicherung (größte Kasse: VZP). Beitrag 13,5 %, beim Angestellten großteils vom Arbeitgeber getragen. Rentner nutzen das S1-Formular, für den Übergang hilft die EHIC.

6 Min. Lesezeit · 🇨🇿 Tschechien

Gesundheit in Tschechien – gute Versorgung über die öffentliche Krankenversicherung

Das tschechische Gesundheitssystem ist gut und bezahlbar und beruht auf einer verpflichtenden öffentlichen Krankenversicherung. Als EU-Bürger, der hier arbeitet oder lebt, bist du im öffentlichen System; Rentner nutzen das S1-Formular. Dieser Überblick zeigt dir, wie Versicherung, Kassen, Beiträge und der Arztbesuch funktionieren.

Pflicht: die öffentliche Krankenversicherung

Wer bei einem tschechischen Arbeitgeber beschäftigt ist oder dauerhaft hier lebt, ist gesetzlich in der öffentlichen Krankenversicherung. Sie gibt dir vollen Zugang zu Haus- und Fachärzten, Krankenhäusern, Rezepten, Mutterschaft und Vorsorge – mit nur geringen Zuzahlungen. Du schließt keinen Vertrag ab, sondern meldest dich bei einer Kasse an.

Die Krankenkassen – VZP & Co.

Es gibt elf öffentliche Krankenkassen (zdravotní pojišťovny), die du frei wählen kannst. Die größte ist die VZP (Všeobecná zdravotní pojišťovna) mit rund sechs Millionen Versicherten – vergleichbar mit der deutschen AOK; weitere sind etwa ZPMV, OZP und ČPZP.

Beiträge

Der Beitrag liegt bei 13,5 % der Bemessungsgrundlage. Als Angestellter zahlt der Arbeitgeber zwei Drittel, ein Drittel geht von deinem Bruttolohn ab. Selbstständige zahlen auf 50 % ihres Gewinns, mindestens jedoch einen monatlichen Mindestbeitrag (aktuell grob 100–130 €). Insgesamt ist das System günstiger als in den DACH-Ländern (mehr unter „Steuern und Finanzen").

Arzt, Facharzt, Zuzahlungen

Du meldest dich bei einem Arzt der Primärversorgung an (Hausarzt, Zahnarzt, Frauenarzt), der einen Vertrag mit deiner Kasse hat. Einen Facharzt kannst du in der Regel auch ohne Überweisung aufsuchen. Die Zuzahlungen sind moderat; deine Versichertenkarte solltest du dabeihaben.

Rentner: das S1-Formular

Rentnerinnen und Rentner aus Deutschland oder Österreich beantragen vor dem Umzug bei ihrer heimischen Krankenkasse das S1-Formular und melden es bei einer tschechischen Kasse (z. B. VZP) an. Du wirst dann wie ein Einheimischer behandelt, die Kosten trägt dein Herkunftsland – und Tschechien gehört zu den Ländern, in denen du dich auch weiterhin daheim behandeln lassen kannst (siehe „Vorbereitung in Deutschland").

Übergang und EHIC

Für die Übergangszeit oder kurze Aufenthalte gibt dir die Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) Zugang zur öffentlichen Versorgung zu denselben Bedingungen wie Einheimische – allerdings nur für medizinisch Notwendiges, nicht als Ersatz für eine reguläre Versicherung, sobald du dich niederlässt. Schweizer haben über das bilaterale Abkommen nahezu identische Rechte.

Stand: 26. Juni 2026. Dieser Überblick dient der Orientierung und ist zeitkritisch – Beiträge und Bedingungen werden jährlich angepasst. Maßgeblich sind die Angaben deiner Krankenkasse.

Stand: 26.6.2026