Heizen
Heizen in Malta: milder Winter, feuchte Steinhäuser
Malta hat keinen Winter im deutschen Sinn, im Januar sind es tagsüber 15 Grad — trotzdem frieren Zugezogene in ungedämmten Kalksteinhäusern. Das eigentliche Problem ist die Feuchtigkeit; ein Luftentfeuchter gehört zur Grundausstattung.
Malta hat keinen Winter im deutschen Sinn: Im Januar liegen die Tageswerte bei 15 bis 16 Grad, Frost gibt es praktisch nie. Und doch beschweren sich Zugezogene jedes Jahr über kalte Wohnungen. Der Grund ist nicht die Temperatur, sondern die Feuchtigkeit — und Häuser aus Kalkstein, die im Sommer kühlen sollen und im Winter genau das tun.
Wie der Winter wirklich ist
Von Dezember bis Februar liegen die Tageswerte meist zwischen 14 und 17 Grad, nachts sinken sie auf 9 bis 11 Grad. Es regnet, oft in kräftigen Schauern, und es weht. Die Luftfeuchtigkeit bleibt monatelang hoch. Ein Tag mit 15 Grad und feuchter Luft in einem ungeheizten Steinhaus fühlt sich kälter an als ein deutscher Novembertag mit Heizung.
Warum es drinnen kalt ist
Maltesische Häuser sind aus lokalem Kalkstein gebaut, mit Fliesenböden und oft ohne jede Dämmung. Ältere Häuser haben einfach verglaste Fenster und Türen, die nicht dicht schließen, dazu Innenhöfe und hohe Räume. Im August ist das ein Segen, im Januar wird die Wohnung zur Kühlkammer. Neubauten sind besser, aber auch dort ist Dämmung nicht selbstverständlich.
Womit geheizt wird
Eine Zentralheizung ist die große Ausnahme. Geheizt wird mit dem, was da ist: Am häufigsten läuft die Klimaanlage im Winter als Wärmepumpe. Moderne Geräte schaffen das sparsam und trocknen die Luft nebenbei, was hier doppelt hilft. Dazu kommen Elektroöfen und Heizlüfter für einzelne Räume und Gasöfen mit Flaschengas, die schnell wärmen, aber Feuchtigkeit in die Luft bringen und Lüftung brauchen.
Weil Strom in Malta staatlich gestützt und günstig ist, fällt elektrisches Heizen weniger ins Gewicht als in Deutschland — solange du auf dem eigenen Zähler wohnst.
Feuchtigkeit und Schimmel
Das ist das eigentliche Winterproblem. Feuchte Luft schlägt sich an kalten Steinwänden nieder, besonders hinter Schränken, in Außenecken und in Bädern ohne Fenster. Schimmel an Wänden und muffige Kleidung im Schrank sind auf Malta ein Klassiker.
Was hilft: ein Luftentfeuchter, der in vielen Wohnungen ohnehin läuft, regelmäßiges Lüften auch bei Regen, Abstand zwischen Möbeln und Außenwänden und gleichmäßiges Heizen statt kurzer Aufheizphasen am Abend.
Die Wohnung für den Winter
Eine Wohnung im mittleren Stockwerk ist wärmer als eine im Erdgeschoss auf Fliesen oder direkt unter dem Flachdach. Doppelt verglaste Fenster machen den größten Unterschied und sind in Neubauten üblich. Eine Südseite bringt im Winter Sonne, im Sommer brauchst du dort Läden. Frag bei der Besichtigung ausdrücklich, wie im Winter geheizt wird und ob es Anzeichen von Feuchtigkeit gibt.
Der Wind
Malta ist eine Insel ohne Berge, und der Wind gehört zum Winter. Bei Stürmen aus Nordost peitscht der Regen gegen die Fassaden, und Wasser findet jeden Spalt. Alte Fenster und Türen klappern, und in manchen Wohnungen zieht es spürbar. Dichtungsband und schwere Vorhänge helfen mehr, als man denkt.
Das Flachdach
Fast alle Häuser haben ein Flachdach, über das Regenwasser in eine Zisterne läuft. Ein undichtes Dach zeigt sich im Winter zuerst an feuchten Flecken an der Decke des obersten Geschosses. Wer dort wohnt oder kauft, lässt Dach und Abläufe vor dem Winter prüfen.
Was der Winter kostet
Weil Strom günstig ist, bleibt die Heizrechnung in Malta überschaubar — anders als im Sommer, wenn die Klimaanlage monatelang kühlt. Lass dir trotzdem die Rechnung des letzten Winters zeigen; sie verrät mehr über die Wohnung als jede Beschreibung.
Warmes Wasser
Der Solarkollektor auf dem Dach liefert an sonnigen Wintertagen genug warmes Wasser, an bewölkten nicht. Dann springt ein elektrischer Boiler ein, meist mit eigenem Schalter. Schalte ihn gezielt ein, statt ihn dauernd laufen zu lassen.
Der Unterschied zu Deutschland
In Deutschland heizt du ein Haus, das dicht ist, auf eine feste Temperatur. Auf Malta heizt du Räume, nicht Häuser, und du kämpfst gegen Feuchtigkeit statt gegen Kälte. Wer das begreift, hört auf, die Klimaanlage auf 28 Grad zu stellen, und stellt stattdessen den Entfeuchter an — das Ergebnis ist behaglicher und billiger.
Auf Gozo und in den alten Ortskernen
Auf Gozo und in den alten Häusern der Ortskerne ist alles etwas ausgeprägter: dickere Mauern, mehr Feuchtigkeit, längere Wege für den Handwerker. Ein altes Haus mit Innenhof ist im Sommer herrlich und im Februar eine Aufgabe. Wer dort wohnen will, plant Entfeuchter, dichte Fenster und eine gute Klimaanlage von Anfang an ein.
Was sich nachrüsten lässt
Mit wenig Geld viel verbessern: Dichtungen an Fenstern und Türen, Teppiche auf den Fliesen, dicke Vorhänge, ein guter Luftentfeuchter und eine moderne Klimaanlage. Im eigenen Haus lohnt die Dämmung des Flachdachs — sie hilft im Winter gegen Kälte und im Sommer gegen Hitze. Handwerker sind vor dem Winter gefragt; frag früh und hol mehrere Angebote ein.
Die Klimaanlage warten
Lass die Geräte vor dem Winter reinigen und prüfen und frag ausdrücklich nach der Heizleistung: Ein Gerät, das im Sommer gut kühlt, heizt nicht automatisch gut. Saubere Filter sparen Strom und halten die Luft gesund.
Mieter oder Eigentümer
Als Mieter klärst du im Vertrag, wer Wartung und Ersatz der Klimaanlage bezahlt. Als Eigentümer lohnen sich vor dem ersten Winter dichte Fenster, ein guter Entfeuchter und moderne Geräte — in einem Land mit günstigem Strom rechnet sich das über den Komfort, nicht über die Rechnung.
Gesundheit im Winter
Kalte, feuchte Räume belasten Atemwege und Gelenke, und Schimmel kann krank machen. Halte zumindest Schlafzimmer und Wohnraum gleichmäßig warm und trocken.
Der Sommer als Gegenstück
Was du im Winter über die Heizung lernst, gilt im Sommer für die Kühlung: Dieselben dicken Steinmauern, die im Januar Kälte speichern, halten im August die Hitze draußen — wenn du tagsüber die Läden schließt und nachts lüftest. Ein Haus mit Innenhof bleibt erstaunlich kühl. Die Wohnung, die im Winter schwer warm wird, ist im Sommer oft die angenehmste.
Unser Rat
Zieh im Frühling ein, aber wähle die Wohnung so, als wäre Januar: Fenster, Feuchtigkeit, Heizung. Kauf gleich einen Luftentfeuchter — er ist auf Malta kein Luxus, sondern Grundausstattung. Und verbring deinen ersten Winter zur Miete.